Tyler, The Creator outet sich als Schwarzer

Offenbarende Zeilen auf Tyler, The Creators neustem Album „Scum Fuck Flower Boy“ bringen endlich Licht ins Dunkle – rund um die Frage, welche Hautfarbe er nun eigentlich hat. Kurz nach der offiziellen Ankündigung des Albums für den 21. Juli, sah sich Tyler mit einem vorzeitigen Leak seines Albums konfrontiert. Es war Anlass für hitzige Debatten, rund um Tylers Teint und kann als ein ganz persönliches Manifest in seiner Vita angesehen werden.


 
Als sinnbildlicher Grillanzünder lässt sich der Track „I Am Black (I’ve Been Black This Whole Time)” herauspicken, ein Song mit Zeilen über das Leben als Schwarzer und das beklemmende Gefühl missverstanden zu werden. Der Song war Anlass für vielerlei Spekulationen, hauptsächlich um die Frage, ob Tyler nun schwarz oder nur halb-schwarz sei: „I am black | Why does it matter | Yes I am black | Please stop all the chatter“ rappt er auf dem zweiten Verse des Liedes.

Die Klarstellung bezüglich seiner Hautfarbe auf Flower Boy beschränkt sich jedoch nicht nur auf diesen einen Verse. Der Album-Opener, “Foreword (To The Album Where I Tell You I’m Black)”, richtet sich an die Leute, welche immer wieder Öl in die aufkeimende Hautfarben-Diskussion gossen:

Shout-out to the reporters that I lead on | For occasional journalism about me potentially being white or maybe even Asian | and always keeping my bed warm | And trying they hardest to keep my head on black.

Auf dem Track “I Ain’t Got Time” scheinen seine Lines noch transparenter und offenbarender für den Hörer zu sein: “Next line, I’ll have ’em like whoa | I am a black man, my favorite year of all time is 2004”.

Trotz (oder gerade wegen) dem bewussten Outing als Schwarzer auf Flower Boy, lässt sich Tylers düstere Vergangenheit mit dem inflationären Gebrauch von rassistischen Wörtern nicht schön reden. Obgleich der Erleichterung rund um die nun geklärte Kontroverse, sind es undurchsichtige Aussagen rund um seine Hautfarbe, die wohl noch lange in den Köpfen der Fans herumgeistern werden.

Auf Goblin benutzte er das N-Wort mehr als 200-mal, was in den Fanlagern zur Aufruhen und Verunsicherungen führte. Die totale Eskalation wurde in letzter Sekunde verhindert, indem Tyler ein Pressefoto veröffentlichte, auf dem er die Hand eines schwarzen Mannes hielt – die Gemüter konnten noch rechtzeitig beruhigt werden.

Seit kurzem scheint Tyler aber völlig im Reinen mit sich selbst und seiner Hautfarbe zu sein – zumindest in dem Maße, dass er ein besonderes Faible für schwarze Berühmtheiten entwickelt hat. So tweetete er beispielsweise, dass er den jungen Michael Jackson „süß“ finde und äußerte sich in einem Interview: “I’m currently lookin for ’95 Michael Jackson on ‚Who Dat Boy’”.

Viel wichtiger ist jedoch, dass die Leute kein großes Tamtam rund um das Coming-out von Tyler als Schwarzer machen sollten. Wir sollten ihn für seine Musik und nicht für seine Hautfarbe schätzen. Diese sollte keinerlei Einfluss auf unsere Empfinden für seine Musik haben. Die Leute sollten weniger Zeit damit verbringen, sich um die Identität anderer zu sorgen. Sie sollten sich eher Sorgen um die eigene machen und nett zu anderen sein.

Hoffentlich war dieser Schritt, der längst überfällige Anstoß für andere Rapper, sich ebenfalls zu outen.