Travis Scott über Drogenkonsum: „Ich bin eine Droge“

Travis Scotts breitgefächertes Portfolio an Musik, trieft förmlich von Verweisen auf Drogenkonsum und dem Lebensnektar von David Hasselhoff – Alkohol. Einer seiner besten Tracks trägt sogar den wohlklingenden Titel „Drugs You Should Try“ und im Jahr 2014 partizipierte er an der von Juicy J initiierten „Never Sober“ Tour. Auch der verzerrte, autotune-getränkte Sound, welcher sich über die Jahre als sein inoffizielles Markenzeichen etablierte, befeuerte immer wieder das psychedelische Gesamtbild der Persona Travis Scott.

Umso mehr verwunderten seine neusten Aussagen in einem Live-Interview mit Lou Stoppard. In diesem macht er deutlich, dass Drogen keine große Rolle in dem kreativen Prozess der Musikproduktion spielen.

 

 
Shit, man, I don’t do a lot of drugs, shit, so I don’t even know. I only think that real drugs are like crack, heroin, and fucking, like, you know, meth. Shit that really gets you fucked up, shit that really gets you tweakin‘. If you ain’t doing that, you ain’t doing drugs.

Vielleicht mag dies nicht ganz der fachmedizinischen Defintion von Drogenkonsum entsprechen, jedoch ist es erfrischen zuhören, dass ein Künstler, der eigentlich beharrlich in seinen Texten auf den Konsum verweist, keine fremden Substanzen benötigt, um Musik zu machen. Ob dies der Wahrheit entspricht, sei dahingestellt – zumal Travis im Interview ironischerweise eine bufft.

Jedoch sind es solche Aussagen, welche vielleicht jüngere Zuhörer zum nachdenken anregen und aufzeigen, dass man auch ohne Drogen, gute Musik machen kann. Für Sierra Kidd kommt dieser Tipp vielleicht ein paar Monate zu spät aber auch dieser sollte ein mahnendes Beispiel für uns alle sein.

Knowledge is power, drugs are just, like, a mental cool down. It just put me at ease. I don’t tap into drugs to say what’s on my mind. I can do that shit sober. I am a drug, sober.

Es ist nicht das erste mal, dass Travis Scott sein Außenbild in Sachen Drogenkonsum gerade biegen musste. In einem Interview mit Billboard aus dem Jahr 2015, ließ er verlauten, dass die Annahme, er wäre ein ausschweifender Drogenkonsument, ihn zur Weißglut bringen würde:

It stresses me out because people think I’m on a lot of drugs, which fucking pisses me off. I’m not at all. I barely drink alcohol and I smoke weed kind of. But I don’t do coke or any of that crazy-ass shit.

Ähnlich verlief es bei Future und The Weeknd, welche beide ganze Diskografien um das Thema Drogenmissbrauch aufgebaut hatten. Auch sie ruderten in Interviews zurück, als man sie auf die Authentizität ihrer Texte ansprach.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, da Künstler größtenteils nur auf ihren Output reduziert werden. Wenn du nicht willst, dass die Leute dich in eine Rolle drängen, dann verkörpere diese Rolle einfach nicht in der Öffentlichkeit. Jedoch ist es im heutigen Zeitalter viel zu einfach, große Massen zu täuschen und zu beeinflussen. Zumal so ein Image auch Goldwert sein kann. Das Kendrick Image ist sowieso schon vergeben.