So sieht Drakes privates Facebook Profil aus

Kein Rapper versteht die sprunghaften Mechanismen der obsessiven Internetkultur besser als Drake. Das Fantum auf digitaler Ebene ist mitnichten ein einseitiger Akt. Es ist ein interaktives Spiel von Rekontextualisierung gepaart mit einem kleinem Augenzwinkern. Jedoch gab es eine Zeit, in der Drake noch nicht als rappendes Meme seine Millionen scheffelte. Man spricht von der frühsten Epoche des Hip-Hops, welche durch die dominierende Überlieferung von Wandmalereien dokumentiert wurde.

Wir springen ein paar Jährchen zurück – 10 um genau zu sein. Bis heute ist es mir schleierhaft, woher meine Obsession für die Serie Degrassi rührte – ich saugte diese Serie förmlich auf. Es war der Sommer 2007 an dem der US-Sender „The-N“ einen Degrassi-Marathon einläutete. So fand ich mich jeden Tag, pünktlich nach der Schule, vor dem Röhrenbildschirm wieder.

Heutzutage verdiene ich mit der Recherche im Internet meine Brötchen. Blicke ich jedoch auf mein pubertierendes ich zurück, muss dieses Verhalten schon sehr früh in mir verankert gewesen sein. Inmitten des Marathons, begann ich damit, den kompletten Degrassi-Cast zu googlen und diesen auf Facebook hinzuzufügen.

So kam es auch zwangsläufig dazu, dass ich den Schauspieler hinter dem Charakter „Jimmy Brooks“ als Freund hinzufügte: Aubrey Drake Graham.

Mir war nicht bewusst, dass ich jemals darüber schreiben würde, noch wusste ich, dass Drake eines Tages berühmt werden würde. Ich hatte einfach einen Typen als Freund hinzugefügt, weil ich ihn im TV gesehen hatte. Als ich meinen alten Facebook-Account reaktivierte, ging ich nicht davon aus, dass ich noch mit Drake „befreundet“ sein würde. Ich war in der Annahme, dass er seinen Account längst gelöscht hätte.


Sobald man ein gewisses Maß an Ruhm erreicht hat, ist ein privater Facebook-Account, welcher für jeden zugänglich ist, ein absolutes No-Go. Ich kann mir nicht vorstellen, das Kanye noch Dickpics via Facebook verschickt oder das Lil Yachty seine Freunde mit Farmville Einladungen belästigt, um seine Karotten schneller wachsen zu lassen.

Doch er war noch da. Vor mir prangte das, was einmal das virtuelle Ventil von Drakes Privatleben war. Das Profilbild war mittlerweile verschwunden und seit 2009 gab es auch kein Lebenszeichen mehr aber es war einmal das persönliche Facebook-Konto von Drake.

Neben diversen Bildern mit Familienmitgliedern und Ex-Freundinen, erregte ein Video meine Aufmerksamkeit. Auf dem besagten Video läuft Drake (vermutlich) betrunken mit einer Luftpistole herum, jagt seine Freunde und schreit dabei „I feel like tip“(!?). Vielleicht füge ich das Video noch mit ein.

Seinen letzten Status veröffentlichte er am 8 Februar 2009. Mit folgenden Worten verabschiedete er sich von Facebook: “d’d’d’d’d’d’d’d’d’d’d’d’d’d’do that” – was für ein Abgang.

Wie ein roter Faden lässt sich der Aufstieg von Drake anhand seines Profils nachvollziehen. Es ist gespickt mit Einladungen zu nichtssagenden Events und überlaufen von Struggle-Rappern die nach Features fragen. Scrollt man aber noch weiter nach unten, findet man auch Beiträge wie “I saw your video” oder „the mixtape is great!”.

Es ist faszinierend und erschreckend zugleich, wie anziehend Ruhm und Erfolg auf Menschen wirkt.