Instagram is the best way to promote some P*ssy!

Die neue Generation an Hip-Hop Künstlern zeigt auf, das Instagram die wahre Währung in Sachen Relevanz ist. Bevor Lil Yachty zum Hip-Hop-Antichristen in den Augen und Ohren von Hip-Hop-Puristen wurde, war er nur ein Teeanger aus den Vororten von Atlanta, der hoffte, durch Instagram berühmt zu werden. Durch geschickte Manöver und den Einsatz von Influencern wie Luka Sabbat, konnte Yachty seine aufstrebende Instagram-Präsenz in eine vollwertige Musikkarriere umwandeln – einen Erfolg, den er größtenteils Instagram-Trendsettern zu verdanken hat.

Dieses Kalkül seiner Außendarstellung thematisierte er bereits im vergangenen Jahr, in einem Interview mit dem Rolling Stone:

They’re the cool kids all the kids listen to. It was strategic. They helped my name build.

Yachty mag der prägnanteste Künstler sein, der diesen Weg eingeschlagen hat, jedoch ist er nicht der einzige. Die diesjährige XXL Freshman-Liste setzt sich aus einer Riege von Künstlern zusammen, dessen Karrieren auf Medien wie SoundCloud oder Instagram münzen – die traditionellen Infrastrukturen der Eigenwerbung wurden so gut wie gar nicht in Anspruch genommen. Das Magazin Indify wies vor kurzem darauf hin, dass der 2017er Freshman Jahrgang unter anderem aufgrund der Instagram-Follower ausgewählt wurde – allesamt konnten den Großteil ihrer Gefolgschaft auf Instagram wiederfinden, dicht gefolgt von Spotify.

Als Beispiel dienen die Instagram-Auftritte von Ugly God (1.5M follower) und XXXtentacion (2.2M follower), welche eine große Rolle bei der Selektion für das begehrte Cover spielten. Mehr denn je hat der Social Media Hype an Wichtigkeit dazugewonnen und aufstrebende Künstler lernten schnell, dass eine sorgfältig gepflegte Instagram-Präsenz genauso vorteilhaft für ihre Karriere sein kann wie eine Hit-Single.

SahBabii – dessen Hit-Single “Pull Up Wit Ah Stick” 15 Millionen Wiedergaben auf SoundCloud hat – nannte ebenfalls Instagram als größten Faktor für seinen Erfolg:

Everytime I make some new music, I like to share it on my Instagram and let people hear the new stuff that’s going on and people just kept sharing it, I just kept seeing it on the explore timeline. But I made that song back in March, but I didn’t really care for it. But as I seen people kept sharing it and stuff I said, ‚I’m gonna just put it on my mixtape‘ and it went crazy from there.

Ähnlich verlief es bei dem aus South Florida stammenden Rapper Lil Pump, welcher seinen 1 Millionen-Follower-Meilenstein mit einem Kuchen in Form einer Xanax-Pille feierte. Nur einen Bruchteil dieser Reichweite, kann er auf anderen Social-Media Kanälen vorweisen.

Lil Pump wollte nie ein Rapper werden, es war sein Freund Smokepurrp, der ihn zu einem musikalischen Exkurs animierte. Ein Ausflug der sich in Form Reichweite bezahlt machte. Natürlich ist Lil Pump nicht der einzige, welcher keine konkreten Absichten hatte, Rapper zu werden und diese Möglichkeit nutzte um seine Instagram-Viralität zu erhöhen. „I didn’t really have no rap goals or aspirations“ äußerte sich PnB Rock in seinem XXL Freshman Interview.

Die Plattform schafft buchstäblich Künstler und bringt sie zusammen. Die Instagram Bekanntheit ist mittlerweile als primäres Ziel ausgerufen, während die Musik als Mittel zur Verfestigung und Monetarisierung der immateriellen Vorteile dient, welche die Internet Berühmtheit mit sich bringt. Man kann davon halten was man will, jedoch verdient die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie ihren Respekt.