Diese Tracks hast du 2017 verpennt!

Das ganze Jahre über grinde ich schon auf den schmierigsten Seiten des Internets herum, immer auf der Suche nach neuer Musik. Die Fülle an noch nicht erschlossenen Meisterwerken ist riesig und die konstante Veröffentlichung von hochkarätigen Projekten in diesem Jahr, macht die Pionierarbeit noch schwieriger. Damit ihr euch das nicht antun müsst, habe ich euch die besten „unbekannten“ Tracks aus dem ersten Quartal diesen Jahres zusammengesucht.

Bevor ich jedoch beginne, möchte ich noch folgendes anmerken: Für die Erstellung der Liste, habe ich eigentlich keine richtigen Indikatoren. Normalerweise würde ich von Spotify-Plays ausgehen. Da diese aber nicht viel Aussagekraft haben, habe ich einfach Songs genommen, die nicht so viel Aufmerksamkeit in Deutschland generieren konnten. Wer Lust hat, kann der Liste auf Spotify folgen, diese werde ich jedes Quartal aktualisieren. Viel Spaß beim durchhören!

Falcons Feat. GoldLink – Boo You Know 

Es ist so unglaublich schwer einen neuen Rap-Stil in der heutigen Rap-Ära zu schaffen – GoldLink hat es getan.  In permanentem Halbgesang, mit metallischer Färbung kratzt GoldLinks Stimme keine Sekunde übers Ohr und schon man hat sie intus. Ob der Beat nun clubbig, elektroid und uptempo ist, oder eher schleppender Soultrap, GoldLink ist eingängig und bleibt bei und in dir hängen, ob du magst oder nicht. „Boo You Know“ ist der sexuelle Kompromiss zwischen einem Flow aus Guss und tanzbaren Klängen.

Two-9 Feat. Curtis Williams, Key! & Jace – Rackades

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich diesen Track mit in die Liste aufnehmen sollte. Mir fielen keine passenden Worte ein, um zu beschreiben, was diesen Track so ansprechend macht. Der einfach und dennoch markante Beat, mit der eingängigen Hook und den interessanten Versen haben mich dann doch überzeugt. Es kann so simple sein – manchmal.

Show Me the Body Feat. Denzel Curry, Eartheater & Pierre Botardo – In A Grave

Das Album „Body War“ von Show Me the Body, war vielleicht das beste Hardcore Album des letzen Jahres. Auf „Corpus I“ werden sie von einer Vielzahl an externen Musikern begleitet, darunter auch einige Rapper. Auf diesem Track klingt Death Grips noch roher als er es sonst schon tut. Gepaart mit den aggressiven Versen von Denzel Curry, hat der Track schon einen gewissen Garagenband Flair.

Loyle Carner Feat. Rebel Kleff & Jehst – No Worries

Mitten aus dem Herzen von South London, kommt Loyle Carner mit seinen musikalischen Ergüssen, die das Game nicht verändern wird aber doch so schmerzhaft real ist. Über einen klassischen Piano-Beat rappt Loyle in Begleitung von Rebel Kleff und Jehst, die sich lyrisch gegenseitig malträtieren. Lieblingsline des Tracks ist: “Chasing payments is a blatant but we’re staying patient, pumping product from this basement trying to make a statement.”

The Last Artful, Dodgr Feat. Neill Von Tally – Good / Gravy

Die wohl entspanntesten Synthies auf dieser Liste. Ich weiß nicht viel über die Künstler, jedoch springt Er auf den Trend des tanzbaren R&B mit einer Priese von experimentellen Pop-Elementen. Die erste Hälfte: Gut, ein zittriges, verschlossenes und Synthie-durchnässtes Durcheinander. Dann kommt ein Übergang, in ein schwindelerregendes, hochkarätiges Instrumental, welches nicht weit vom Himmel entfernt ist.

Rejjie Snow Feat. Tish Hyman – Crooked Cops

Man kann es dem schönen, isometrischen Titelbild vielleicht nicht entnehmen aber Rejjie Snow ist sauer auf die sogenannten „Crooked Cops“. Unterstützt von einem glatten Instrumental, um seine wilde Lines zu kontrastieren, spitted Rejjie Zeilen wie „Black and white, ignite my rights, these crooked cops, they hate my sight“.

Father – Hands

HANDS ON SIGHT. Father beginnt immer mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, geschuldet u.a. seinem neusten Album „I’m a Piece of Shit“. „Mit „Hands“ hat er einer seiner besten Tracks bis dato veröffentlicht. Eine spärliche Instrumentierung, ein milder Chorus und ein paar seltsame Verse, die sich flowtechnisch sehen lassen können.

Ecco2k – GT-R

Gefeatured auf Yung Leans Af1’s, veröffentlicht Ecco2k seine eigene Interpretation von Cloud-Rap. Es ist so prahlerisch wie Leans Musik-Ego aber entschieden mehr reserviert. GT-R ist ein Track, zu dem man gut einen rauchen kann.

Azida – God & the Devil

God & the Devil beginnt mit einem kurzlebigen, angenehmen Klavier-Instrumental. Es folgen die lauter werdendes Horn, eine gepitchte Lache und Azidas „dämonische“ Verse. Ist das zu viel Cringe um als gut zu gelten? Ich weiß es nicht, immerhin haut der Bass rein.

blackwave. Feat. Caloborate – Flow

Caloborate bezeichnet sich selber als „einfacher“ mann, der gerne ein paar Reime schreibt und bevorzugt alkoholische Getränke konsumiert. Er ergänzt sich perfekt mit dem doch eher strukturierten Flow von blackwave. und das über einen doch sehr anspruchsvollen Instrumental.

Avelino Feat. Skepta & Stormzy – Energy

Energy ist ein Lied, dass bei 100 beginnt und dort auch endet. Das Traum Line Up nimmt den Beat regelrecht auseinander. Es ist beeindruckend wie der Newcomer Avelino ohne große Mühe mit zwei etablierten Größen wie Stormzy und Skepta mithalten kann. Leider ist der Track an vielen vorbei gegangen.

Teddy Fantum – Infinite / Vanishing Act

Ein weitere zweipoliger Track auf der Liste. Die erste Hälfte „Infinite“ ist ein hektischer Schrei nach Hilfe und „Vanishing Act“ eine Angst-getriebene Warnung. Die beiden dunklen Hip-Hop Melodien sind durch ein Travi$ Scott-ähnlichen-Autotune-Gemurmel verbunden. Sehr interessantes Projekt!

Gene Fisher Feat. Kaytranada – Static

Mit 1:31 ist der Track keine 2 Minuten lang. Viel zu kurz um sich eine richtige Meinung zu bilden, weshalb man immer wieder auf Repeat drücken muss. Wie gewohnt haut Kaytranada einen soliden Beat raus und Fisher verlangsamt diesen mit seiner ganz eigenen, schwankenden Rap-Art.

Busu Feat. Teo Sweden – I’ve been coughing blood

“Blood red stains, don’t worry about that” singt Busu in einer dunstigen und drogenbehafteten Umgebung. Eine leichte Gitarre bestimmt das Instrumental, welche auch einem „Beach-Slang-Album“ entspringen könnte. Busu rappt wie ein zurückhaltender Lil Uzi Vert auf „You Was Right“ aber mit den dunklen, launischen lyrischen Themen wie auf Uzis „XO Tour Lif3“. Das ausreizen von Genres, wirkt bei Busu so natürlich.

Cadence Weapon Feat. Kaytranada – My Crew (Woooo)

Kann Kaytranada noch gestoppt werden? Die Antwort darauf ist wohl nein. Kaytranada wirft einen entspannten Beat in die Runde und Cadence umgarnt diesen mit seinen Autotune-anfälligen Stimmbändern. Er wechselt ständig zwischen einem schnellen und langsamen Flow – beide Flow-Techniken wissen jedoch Kaytranadas Beat zu schmeicheln. Mehr davon.

Okay(K) – Love Six 

Love Six ist ein süßes, kleines Lied mit einem entspannten Beat. Es hat diese unschuldige Verwundbarkeit mit Lines wie “Um, I saw you from afar, and um, I don’t know who you are, but you look beautiful to me, love six, a suitable disease”.

Destructo Feat. Freddie Gibbs – Renegade

Destructo ist dafür bekannt, einige Rap-banger zu liefern.  Seine neue EP weist bekannte Größen wie Problem, Ty Dolla $ign, ILoveMakonnen, Pusha T, E-40 und Too $hort auf. Renegade ist recht elektronischer gehaltener Track mit Freddie Gibbs, welcher recht gut auf diesem zurecht kommt.

Joyner Lucas – Ultrasound

Ziemlich verrückter Track, der flowtechnisch ständig herumspringt und Joyner Lucas erlaubt seine Stimmhöhe und seinen Flow innerhalb von 3 Minuten so oft wie möglich zu ändern. Das Instrumental würde ich als tropischen Pop bezeichnen. Sollte man gehört haben!