Die 15 besten Hip-Hop & R&B Alben des Jahres 2017

In diesem Jahr wurden aufregende Platten in jeder Nische der Musikwelt veröffentlicht. Dadurch gestaltete sich die Selektion der 15 besten Hip-Hop- und R&B-Alben als besonders schwierig.

Das interessiert dich wahrscheinlich gar nicht, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit hast du diesen Absatz einfach übersprungen um direkt zur Top 5 zu scrollen – was völlig in Ordnung ist. Für diejenigen, die es interessiert: Die Selektion bezieht sich ausschließlich auf meinen persönlichen Geschmack. Jedoch freue ich mich auf die bevorstehenden Meinungsverschiedenheiten und Beschwerden.

 

15. Moses Sumney – Aromanticism

Label: Jagjaguwar

First Week Sales: Unter 10.000

Wie ein überlagertes Gemälde, welches gleichzeitig filigran ist oder ein dünnes Stück Literatur, dessen Worte dein Herz durchbohren, überwältigt Aromanticism mit seiner Fähigkeit, überdrüssige Gefühle in Worte zu fassen. Moses Sumney schafft eine Harmoniesuchende Welt, in der er aus einer Position spricht, die nicht oft Beachtung findet. Sumney nähert sich der Komplexität von Beziehungen, Machtstrukturen und der Unfähigkeit, romantische Liebe mit einem ruhigen und selbstsicheren Spiegelbild zu erfahren.

 

14. 21 Savage – Issa Album

Label: Epic Records

First Week Sales: 75.000

Trotz all seinen Schwächen kann Issa Album ziemlich viel Spaß machen. Das Album lebt von 21 Savage einfachen Hooks, seinem Off-Beat-Flow und der ausgezeichneten Produktion. 21s Bemühungen sind jedoch größtenteils vergebene Liebesmüh und führen gelegentlich zu mittelmäßigen Ergebnissen, aber die Fortschritte auf Issa Album sind sicherlich lobenswert.

 

13. Dvsn – Morning After

Label: OVO Sound

First Week Sales: 13.000

Die Tracks auf Morning After sind direkter und wehleidiger als poetisch oder analytisch, was angesichts der Eingängigkeit und Präzision der Dvsn-Melodien verzeihlich ist. Auf dem Album heben sie hauptsächlich die Schattierung und die Nachdenklichkeit in Daleys Stimme heraus, welche von Jefferies Produktion komplementiert wird und die minimale, akustische Launenhaftigkeit von Dvsn ausmacht.

 

12. Future – HNDRXX

Label: Epic Records / A1 / Freebandz

First Week Sales: 117.000

HNDRX ist ein Mahnmal, welches daran erinnert, dass Future einer der zuverlässigsten Acts in der Mainstream-Musik bleibt. Das Äquivalent-Album zu FUTURE ermöglicht dir einen kurzen Einblick hinter die Fassade eines Mannes, der soeben die Party verlassen hat. Sie gibt sich einer Seite von Future hin, die nachdenklicher als gewohnt ist – vielleicht sogar ehrlicher?

 

11. 2 Chainz – Pretty Girls Like Trap Music

Label: Def Jam Recordings

First Week Sales: 106.000

2 Chainz liefert das üppigste, lyrisch kompetenteste und unterhaltsamste Projekt seiner Karriere. Pretty Girls Like Trap Music ist ein Avantgardist im Bezug auf anmutiges Altern, in einer Branche, welche sich durch jugendliche Begeisterungsfähigkeit und Innovation auszeichnet. Dieses Album befördert ihn dort hin, wo er hingehört: in die Oberklasse der Rapper dieser Ära.

 

10. Kendrick Lamar – DAMN

Label: Top Dawg Entertainment / Interscope Records

First Week Sales: 610.000

Willkommen in der Schaffenskrise der beruflichen Laufbahn von Kendrick Lamar. Skeptisch gegenüber allem und jedem ist der Glaube sein einzig wahrer Wegbegleiter. DAMN. ist ein stürmisches, selten fantasievolles Album mit spitzfindigen Geschichten und den am wenigsten verworrenen Reimen, welche Lamar in seinem Portfolio vorzuweisen hat. Dieses Album ist die Kendricks Version der schleichenden Paranoia, welche für Drake unumgänglich geworden ist.

 

09. Smino – Blkswn

Label: Zero Fatigue LLC / Downtown Records

First Week Sales: Unter 10.000

Sminos Debüt-Album Blkswn ist eine beeindruckende Mischung aus cleverem Rap-Passagen und angenehmen, futuristischem R&B-Elementen. Dabei steht er in keinerlei Relation mit anderen Genre vermischenden Künstlern. Jedes Mal, wenn ein Künstler Genres auf eine Art und Weise zusammenfügen kann, die nicht gezwungen oder kopiert wirkt, ist es definitiv ein persönliches Schlüsselerlebnis.

 

08. Tyler, The Creator – Flower Boy

Label: Columbia Records

First Week Sales: 106.000

Auch wenn die meisten Songs auf Flower Boy von Ängsten und Isolation durchzogen sind, wird das Album von der offenherzigen Textgestaltung und der exzellenten Produktion getragen. Tyler Okonma findet zu seiner Bestform und rekrutierte einige R&B Größen, um eine fesselndes Album zu erstellen, welches sich klar von den glorreichen Tagen des Genres abhebt.

 

07. SZA – CTRL

Label: Top Dawg Entertainment / RCA Records

First Week Sales: 55.000

SZAs Debüt-Album ist voll mit R&B, welcher selbstbewusst daher schlendert, gespickt mit unverfälschter sexueller Offenheit und mit Humor verpackten Anekdoten aus dem wirklichen Leben. Ihre Selbstzweifel stehen im direkten Konflikt mit der Fähigkeit, die Unzulänglichkeiten ihres Partners zu sezieren, um klar zustellen, wer das Sagen hat. Auf CTRL malt die 20-jährige ein Portrait einer schmerzhaften Suche nach ehrlicher Liebe, durchzogen von einem Pfad von Unsicherheiten, Untreue und Isolation.

 

06. Drake – More Life

Label: Young Money Entertainment / Cash Money Records

First Week Sales: 505.000

More Life als Playlist zu deklarieren, stellte sich als kluger Schachzug heraus. Er diente als cleverer Dämpfer, um die Erwartungshaltung, nachdem Rekordbrechendem Vorgänger Views zu mindern. Trotz alledem war More Life immer noch ein mehr als nur solider Release des 6 God aus Toronto. Mit einem Mix aus Dancehall-artigen Hits und Grime-Bangern, ist More Life eine Momentaufnahme seiner Kreativität und Identität und diente sinnbildlich als Spiritus für die Streaming-Rekorde im Jahr 2017.

 

05. GoldLink – At What Cost

Label: Squaaash Club / RCA Records

First Week Sales: Unter 10.000

Mit einer Ansammlung von perkussiven Go-Go Rhythmen und sorgfältig ausgewählten Features, schafft GoldLink eine einzigartige Aura aus unverwechselbaren Melodien. At What Cost ist ein lebhaftes Album, voll mit sanften und teils lüsternen Texten, verpackt mit einem fesselndem Konzept und garniert mit GoldLinks unvergleichbaren Flow. Es steht außer Frage, dass 2018 das Jahr des D’Anthony Carlos wird.

 

04. Playboi Carti – Playboi Carti

Label: Interscope Records

First Week Sales: 28.000

„Don’t cross your partner, pussy, that’s a pussy for some pussy.“

 

03. Lil Uzi Vert – Luv Is Rage 2

Label: Atlantic Records

First Week Sales: 126.000

Trotz der langatmigen Natur des Albums hat Uzi mit Luv Is Rage 2 eines der besten Alben des Jahres 2017 veröffentlicht. Die Songs sind eingängig, die Beats sind on point und Uzi gibt eine Gesangsdarbietung, die den Begriff Rap-Rock-Star neu definiert. Er mag immer noch auf der Suche nach seinem ersten Meisterwerk zu sein, aber wenn er weiter solche Projekte veröffentlicht, wird Uzi seinen Klassiker eher früher als später finden.

 

02. Migos – Culture

Label: Quality Control Music

First Week Sales: 121.000

Migos sind nicht, wie Donald Glover einst sagte, „die Beatles unserer Generation“ aber auf Culture behauptet sich das Trio als die angesagteste Rap-Gruppierung, die seit Outkast aus Atlanta kommt. Culture ist eine oberflächliche Welt voller Hoffnung, Paranoia und ungezügelter Freude. Dies Album ist ein in Platin gebadeter Mittelfinger an all diejenigen, welche die Migos als nicht ernst zunehmenden Nebenrolle abstempelten.

 

01. Sampha – Process

Label: Young Turks Recordings

First Week Sales: 12.000

Düster, aber nicht unbedingt traurig, verarbeitet Sampha eine emotionale Reise, indem er seine Gefühle frontal angeht. Wie die sieben Phasen der Trauer, wird jede Emotion durch mitreißende Synths, der geschickten Vermischung von klassischer und elektronischer Musik und einer Stimme, die ihresgleichen sucht, entfaltet und durchlebt. Mit deutlichen Abstand das Album des Jahres.