Darum treibt uns RIN in die Wirtschaftskrise. Danke RIN!

Eigentlich sollte über diesem Artikel „Ein Leben zwischen ausgelutschten Hype-Brands und zwei Euro Bier“ stehen – eigentlich. Ein einfacher Artikel, mit einer kurzen Rezension über den aus Bietigheim-Bissingen stammenden Rapper RIN. Leichte Kost für jeden Deutschrap-Interessierten. Doch der heutige Speiseplan sieht mehr als leichte Mikrowellenkost vor – heute geht es um die Wahrheit und nichts anderes als die Wahrheit. Viel zu lange wurden wir an der Nase herumgeführt.

Vergleichbar mit dem berühmten Lusttropfen, welcher die verfahrensten Ansichten ändert, Nationen beeinflusst und Kriege starten kann. Dieser Tropfen, welcher einer Koexistenz von Zeit und Raum so einfach erscheinen lässt – bis das Happy End kommt. Ab diesem Punkt, kehrt der Fokus in deine Augen zurück. Deine Atemzüge verlangsamen sich und dein Verstand gewinnt langsam wieder an Klarheit, wie die Morgensonne, welche sich ihren Weg durch den dichten Nebel bahnt. Auf einmal wird es dir klar: RIN zerstört unser wirtschaftliches Gleichgewicht und wir beklatschen auch noch unseren Untergang.

Falls der Groschen bei euch noch nicht gefallen ist, möchte ich euch in gewohnter Aluhut-Manier über die perfiden Machenschaften des Vollblut-Schwaben aufklären. Es ist allgemein bekannt, dass Musikgeschmäcker sich spalten, wie die Köpfe beim IS. Es sind Zeilen wie:

Ich trade mit irgendjemand Bogos auf Basement
Ich kaufe eineinhalb tausend Euro Gosha Rubchinskiy

Die RINs lyrischen Ergüsse prägen. Insgesamt 39-mal bezieht sich RIN in seinen Texten auf Marken wie Gosha, Supreme, Palace und Co – Marken die ihren eigentlichen Zenit schon seit geraumer Zeit überschritten haben. Doch woher rührt die Motivation, mit künstlich geschaffener Exklusivität und leicht zugänglichen Texten, die Affinität für ausgelutschte Brands einer recht einfach gestrickten Zuhörerschaft nahe zubringen? Steckt da vielleicht doch mehr dahinter als gedacht?

Es war ein immenser Aufwand, um die wirtschaftlichen Interessen hinter der Kampagne „RIN“ aufzudecken und ich bin froh, euch diese nun präsentieren zu können.

Alles fing mit diversen Cameo-Auftritten des japanischen Wirtschaftsminister Akira Amari in RINs Videoauskopplungen an (Siehe Grafik unten). Die Kombination bestehend aus einem schwäbischen Rapper und einem japanischen Politiker auf Marschierpulver, brachte mich zum stutzen und weckte meine investigative Ader wie ein Schuss Heroin.

Als nächstes forschte ich nach der Bedeutung hinter dem Namen RIN und stieß auf folgende Wikipedia-Definition: „RIN steht historisch für den 1000sten Teil eines Yen„. Alles machte auf einmal Sinn: RIN war ein staatlich gefördertes Projekt der japanischen Regierung, um den fallenden Yen-Kurs entgegenzuwirken.

Der japanische Yen erreichte dieses Jahr einen noch nie dagewesenen Tiefstwert. Geschuldet ist dies unter anderem dem protektionistischen Kurs des US-Präsidenten Trumps, welchen er zu einschlagen gedenkt. Um diesen entgegenzuwirken, suchte man Hilfe bei einem alten Bekannten – Deutschland. Tief verwurzelte Beziehungen die sich bis auf das Jahr 1940 zurückverfolgen lassen, ließen sich bestimmt auch auf rein wirtschaftlicher Ebene reaktivieren. Das deutsch-japanische Projekt „RIN“ erblickte das Licht unserer Erde.

Der Plan war einfach aber genial. Man versuchte die japanische Modelandschaft zu subventionieren: Marken wie „A Bathing Ape“, „Comme des Garçons“, „Yohji Yamamoto“ und viele mehr sollten in den leicht zugänglichen Texten von RIN untergebracht werden. Durch die recht simple Textgestaltung seiner Lieder sollte eine breite Masse erreicht werden. Mit infantilen Textpassagen wie:

Es ist zwölf Uhr, ich kauf mir Supreme
Palace Tee, Roadman auf den Streets
Gosha, Gosha Longsleeve, ich bin real

Versuchte RIN sich von der vermeintlich kommerziellen Modewelt der pubertären Kapitalisten abzugrenzen. Durch diese künstlich geschaffene Exklusivität, weckte er jedoch das Interesse derer, von denen er sich öffentlich distanzierte. Ein Kalkül in der manipulativen Aussagenlogik, welche nicht besser hätte fruchten können.

Von RINs Texten inspiriert, fanden sich auf Youtube unzählige Videos von „Supreme Unboxings“, durchgeführt von 11-jährigen, die man sonst nur auf öffentlichen Minecraft-Servern antreffen konnte. Mittlerweile ist deutsche Streetwear-Szene von Minderjährigen überlaufen, die sich den teuren Spaß größtenteils durch die Kreditkarte ihrer Eltern finanzieren lassen.

Wer darunter zu leiden hat? Der deutsche Einzelhandel. Der durchschnittliche 12-jährige geht mittlerweile nicht mehr Richtung Mediamarkt, um sich Guthaben für CandyCrush und Co aufzuladen – mitnichten. Dieser bestellt sich nun Mithilfe seiner Erziehungsberechtigten einen Bape Shark Hoodie auf Grailed, Doverstreet oder Aliexpress. Das japanische Konjunkturprogramm erklimmt mit jedem „Bape, CDG u.v.m Unboxing #2 german“ Video noch nie dagewesene Hemisphären, während die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands sich mit ernsthaften Problemen konfrontiert sieht. Unsere Arbeitnehmerschaft bedroht durch Trap-Beats und Streetwear-Referenzen. Danke RIN!